Auszug aus dem Bericht in der Lingener Tageszeitung vom 22. Juni 2002  (1) :

"Pädagogisches Gewissen tritt in Ruhestand"

Als das "pädagogische Gewissen der Schule" würdigte Schulleiter Drees von der HROS Spelle am vergangenen Montag (17.06.) seinen langjährigen Stellvertreter Bernd Kemmer. Dieser habe über 30 Jahre lang primär das Augenmerk auf den einzelnen Schüler gerichtet und über pädagogische Trends kritisch gewacht. Der Realschulkonrektor verabschiedete sich im Rahmen einer Feierstunde im Ganztagsbetrieb des Schulzentrums in den Ruhestand. .......
Mit einigem Schmunzeln erinnerte der stellvertretende Bürgermeister Hoffrogge an Bernd Kemmers Junglehrerzeit in Varenrode: Der "Andervenner Bauernjunge" hatte von 1964 bis 1969 direkt nach seinem Studium in Vechta die vakante Leitung der Varenroder Volksschule übernommen. 50 Kinder, verteilt auf die Schuljahre 1-8, wurden in dieser Zeit von ihm betreut. Für "den Lehrer" sei nicht nur schnell ein eigenes Haus gebaut worden, sondern man hab ihn sofort ins örtliche Vereinsleben eingebunden und als Fußballtrainer verpflichtet. Dass diese gute Verbindung zum Ort noch heute anhält, zeigte sich am Abend, als Bernd Kemmer im "alten" Varenroder Schulhaus zu seiner letzten "Unterrichtsstunde" erschien.
Auf ihren alten Plätzen erwarteten ihn die meisten seiner ersten Schüler von 1964 und genossen die Überraschung ihres "Lehrers". Erinnerungen an manch gemeinsamen Erlebnisse wurden wieder wach, sei es an eine Mosaikhausarbeit zum Thema "Wappen", das gemeinsame Schwimmen in der Aa oder die Autowasch- und -fahraktionen auf dem Schulhof. Der damalige Klassensprecher Hermann Bembom resümierte die Varenroder Schulgeschichte, eine Eiche als Zeichen der Verwurzelung des Lehrers mit dem Ort wurde gepflanzt, und erst spät in der Nacht endete das gemütliche
Beisammensein mit Vertretern aller Vereine des Ortes, den Ehemaligen und der Nachbarschaft auf dem Schulhof.  (1) 

Bilder:
oben:
Lehrer Kemmer bei seiner letzten Unterrichtsstunde in der alten Varenroder Schule
links:
Lehrer Herr Kemmer mit den anwesenden ehemaligen Schülern des Jahrganges 1964 vor dem heutigen Eingangsbereich des Dorfgemeinschafthauses (ehemalige Schule Varenrode)
rechts:
Eine Eiche wurde durch Herrn Lehrer Kemmer auf dem Dorfgemeinschaftsplatz neben der alten Schule gepflanzt
(
Vergrößerung durch klick auf die Bilder)

Bild rechts:
Dorfgemeinschaftshaus Varenrode (ehemals Schule) im Jahre 2002 mit dem von den Varenroder Jugendlichen erstellten Empfangsbogen für die Verabschiedung.


 

Nachdem Herr Kemmer von seinen Erinnerungen an das Varenroder Schulleben berichtet hatte, folgte die Ansprache von Hermann Bembom zur

Verabschiedung von Lehrer  Kemmer am 17. Juni 2002 

Sehr  geehrter Herr Kemmer, lieber Bernd
Sehr geehrte Frau Schargmann
Liebe Familie Kemmer
Liebe ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler

Meine Damen und Herren,
Ich darf Sie und Euch heute Abend hier recht herzlich begrüßen und willkommen heißen. Besonders begrüßen möchte ich natürlich den Grund der heutigen Zusammenkunft, unseren Lehrer AD Bernhard Kemmer.

Ich finde es ist eine gute Sache zum Abschied aus dem Lehramtsdienst noch einmal an den Ursprungsort der Lehrertätigkeit zurückzukehren, und nach 38 Jahren noch einmal an den 1. Unterrichtstag zurück zudenken, um so den Kreis des Berufslebens zu Schließen. 
Darum haben wir versucht die Schüler der Klassen aus dem Jahre 1964 noch einmal zusammen zu bekommen  und die Schulbänke  in der Form  zu besetzen, wie der Junglehrer Bernhard Kemmer sie 1964 vorgefunden hat.  
Für Dich lieber Bernd ist es heute natürlich ein besonderer Tag. Heute Morgen wurdest Du in einer sehr schönen Feierstunde offiziell als Konrektor der Haupt und Realschule mit Orientierungsstufe aus dem Schuldienst entlassen und in den wohlverdienten Ruhestand oder Unruhestand, so wie es im Nachrichtenblatt stand, verabschiedet.
Was in der sehr schönen Laudatio von Herrn Rektor Drees angesprochen wurde, kann ich nur unterstreichen und bestätigen. Aber wenn man etwas tiefer darüber nachdenkt, ist es doch für den Ort Varenrode ein geschichtlich  sehr bedeutender und einschneidender Tag. Denn der letzte hier in Varenrode eingeführte und tätiger Volksschullehrer geht in den Ruhestand. Eine lange Varenroder Schulgeschichte nimmt so ein Ende.
Und dabei lässt sich die Geschichte der Varenroder Schule und ihre Lehrer  weit zurückverfolgen. Ab etwa 1750  hat es nachweislich in Varenrode eine Schule gegeben. Sicherlich gab es auch früher schon in irgend einer Form Unterricht für die Varenroder Kinder, was aber in alten Schriftstücken nur wage angedeutet wird. Doch von 1750 bis 1830 bestand ein Schulverbund mit Lünne und Heitel und in Varenrode befand sich eine so genannte Nebenschule. Unterrichtet wurde in einen Abdach, ( Anbau an einer Wagenremiese) und eine gewisse Zeit auch in einem vom Lehrer Veerkamp angemietetem Backhaus gehalten.

1809 wurde dann die Schule am Esch gebaut.  Dieses Gebäude besteht heute noch am Hof Strahlenbach und wurde zu einem Wohnhaus umgebaut. Hier wurde nun für die Varenroder und die Heiteler Kinder Untericht abgehalten.
Dann im Jahr 1830 erinnerte man sich in Lünne und auch von behördlicher Seite an den bestehenden Schulverbund, denn Lünne wollte eine neue Schule bauen und Varenrode und Heitel sollte natürlich mitbezahlen.
Um dieses zu verhindern dachte man sich in Varenrode einen Trick aus. Es wurde der Antrag gestellt, die neue  Schule doch in der Mitte der Wegstrecke zwischen Lünne und Varenrode zu bauen, weil doch für die Varenroder Kinder der Weg sonst zu weit und beschwerlich sei. Man war der Ansicht, das Lünne dieses  niemals eingehen würde. Aber weit gefehlt. Lünne willigte dem Vorschlag zu und auch die zuständigen Ämter stimmten dem zu. So wurde die so genannte Feldschule etwas nördlich von der jetzigen Tischlerei Büers gebaut.

Die Varenroder waren mit dieser Lösung natürlich nicht zufrieden, und der an der Schule tätige Lehrer schrieb mehrfach Beschwerdebriefe an die Schulbehörde, das der Zustand doch unglücklich sei. Der Weg für die Varenroder Kinder sei doch sehr weit und beschwerlich. Die Wegstrecke sei schlecht  und die Kinder kämen oft durchnässt und durchfroren zum Unterricht. Außerdem gebe es des öfters Streitigkeiten und wilde Keilereien. So kam es, das 1848 wieder die Schule in Varenrode besucht werden konnte.
Nachdem in den Folgejahren mehrere Lehrer nur immer für einen kurzen Zeitraum in Varenrode tätig waren, kehrte nach 1860 Ruhe ein. Denn es kam Lehrer Oevermann nach Varenrode und er sollte bis 1906 hier als Lehrer tätig sein. Lehrer Oevermann hat übrigens eine ausführliche Schulchronik geschrieben, in dem vieles über den Ort mit seinem Geschehen festgehalten wurde.
Als Lehrer Oevermann im Frühjahr 1906 in den Ruhestand versetzt wurde, kam Lehrer Wolke nach Varenrode. Er blieb aber nur bis zum Herbst, denn dann kam Lehrer Klümper, gebürtig aus Ahlde hier nach Varenrode an die Schule.
Lehrer Klümper war übrigens der Schwiegersohn von Lehrer Oevermann und beide Familien wohnten in dem Haus an der B 70 nördlich der Gastwirtschaft Höving.
Dieses Haus wird zu Zeit restauriert und ist in seinem Urzustand noch gut zu Erkennen.

Als Lehrer Klümper das 65. Lebensjahr erreicht hatte, wurde er in einer Feierstunde in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Das sollte aber nicht lange dauern, denn im Herbst des gleichen Jahres bekam er ein Schreiben in dem Stand, dass das Pensionsalter auf 67 Jahre heraufgesetzt wurde, und Klümper trat wieder in den Schuldienst ein.
In den Kriegsjahren war Lehrer Klümper noch als so genannter Nachmittagslehrer tätig, so dass sein endgültiger Ruhestand erst mit 70 Jahren begann und er nochmals verabschiedet wurde. Im Frühjahr 1945 hatte man für Varenrode noch keinen Lehrer gefunden, und so wurden die Ferien einfach verlängert. Dann im Oktober 1945 kam Hubert Krause als Lehrer nach Varenrode und er sollte hier bis 1964 tätig sein. Lehrer Krause ist den meisten sicherlich noch bekannt.
Das Jahr 1964, eigentlich ein ganz normales Jahr.

      - Papst Paul der VI besucht am 4. Februar als 1. Papst das hl. Land.
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Die Beatles erringen am 1. Februar zum ersten Mal den 1. Platz der US-Hitparaden mit dem Titel „ I want to 
  hol your Hand“

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Am 16. Februar wird Cassius Clay erstmals Boxweltmeister.
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Sepp Herberger nimmt am 12. Mai Abschied von der Nationalmannschaft
Der 1. FC Köln wird Meister der 1. Bundesliga Saison.
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Heinrich Lübke wird am 1. Juli von der Bundesversammlung als Bundespräsident bestätigt.
- Am 9. September begrüßt der Bundeskanzler Ludwig Erhard den Millionsten Gastarbeiter.
Das Bundesamt für Arbeit meldet 102 800 Arbeitslose bei 680 000 offenen Stellen.
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 Am 14. Oktober wird Nikita Chruschtschow gestürzt. Leonid Breschnew wird sein Nachfolger.
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 Am 10 Dezember erhält der farbige Bürgerrechtler Martin Luther King den Friedensnobelpreis.

 Und was gab es 1964 in Varenrode?
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Das Dorf an der Aa ist 1074 Jahre alt.
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Es gibt 2 Gaststätten, die beide einen Lebensmittelladen haben,
             wo die Einkäufe für das tägliche Leben getätigt werden.
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Die Männer in Varenrode führen wie ihre Vorfahren noch den „Herrendienst“ durch,
             oft ein Ärgernis für die Frauen, weil die Heimkehr entsprechend ist.

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Bürgermeister des selbständigen Ortes ist Georg Hüsing sen.
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Am 13. Oktober nach der Wahl wird Hans Hoffrogge mit 25 Jahren neuer Bürgermeister
           -
Der Nachbarort Spelle, mit dem Bürgermeister Huber Reker und dem Gemeindedirektor
             Wilhelm Theising haben schon einen Blick auf Varenrode geworfen.
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Pfarrer der Kirchengemeinde Lünne ist Hermann Behnen.
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Das Kriegerdenkmal soll kirchlich eingeweiht werden und die Schützenkönigin
             will für dessen stetige Sauberkeit sorgen.
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Ein Bebauungsplan soll in Varenrode aufgestellte werden.
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Hermann Beumer wird als Bundesluftschutzleiter bestätigt.
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Familie Siegert kündigt das Heizen und Reinigen der Schule.
             Gustav Hüsing übernimmt diese Aufgabe. Da werden sicher Erinnerungen
             an den alten Koksofen wach. Ebenso das Einkellern des Kokses durch die
             Schüler, wenn der Fuhrunternehmer Gerhard Imming eine neue Ladung brachte.

Dieses eigentlich ganz normale Jahr war für die Varenroder Kinder aber doch ein ganz besonderes Jahr. Nach Lehrer Krause, sollte nun ein neuer Lehrer kommen.
Lehrer Krause hatte seine Handschrift hinterlassen. Er legte großen Wert auf Disziplin, auf die Fächer Religion, Rechnen und Deutsch, alle anderen Fächer waren Nebenfächer, von Sport und Musik will ich gar nicht sprechen.
Aber was kommt jetzt?
Die Informationen die wir hatten waren:  Der neue Lehrer ist 25 Jahre alt und kommt aus Andervenne. Er spielt Fußball und hat bei Geiger ein Zimmer. Ein Lehrer der Fußball spielt, das war etwas ganz neues. War dem Lehrer Krause doch der Fußball stets ein Dorn im Auge gewesen. Einen Tag vor Schulbeginn kauften die größeren Jungs um die Mittagszeit bei Geiger im Laden Eis und wir erfuhren, das der neue Lehrer beim Mittagessen ein Bier trinkt.
Das war für uns revolutionär und unvorstellbar. Das hatten wir bei Lehrer Krause nicht gekannt.
Dann am 8. April 1964 der erste Schultag  '
Alle Schüler, es waren genau 50 an der Zahl, standen morgens auf dem Schulhof und warteten auf den neuen Lehrer. Er musste ja aus der Richtung Geiger kommen. Da plötzlich ging ein junger Mann,  von sehr großer Gestalt hinter Hövings (Stürm) Tabakschoppen, bekleidet mit einem Parka und einer braunen Aktentasche in der Hand über die Speller Straße direkt auf die Schule zu. Das musste er sein!
Sofort löste sich der Schülerhaufen auf dem Schulhof auf und alles rannte in die Klasse zu den bekannten Plätzen um zu warten was nun kommen sollte.
Es gab gleich einige Veränderungen. Die erste war der morgendliche Gruß. Wir waren es gewohnt den Gruß des Lehrers mit „ guten Morgen Herr Lehrer“ zu erwidern.
Ab sofort musste es heißen „ guten Morgen Herr Kemmer“. Aber es gab noch mehr Veränderungen, zum Beispiel durfte in der Pause jetzt Fußball gespielt werden. An einem regnerischen Tag spielten die Jungs in der Pause wieder einmal Fußball. Plötzlich ging die Tür der Lehrerwohnung auf und Lehrer Kemmer, bekleidet mit einer Turnhose, kam heraus und mischte sich in das Spielgeschehen ein.

Es kam zwangsläufig zu einigen Fouls, so dass der Lehrer einige Male unsanft zu Boden ging, und entsprechend aussah. Die Folge davon war, dass zum ersten die Pause wesentlich länger dauerte, und die nachfolgende Unterrichtsstunde ganz ausfiel, da der Lehrer erst in die Badewanne musste.
Es gab dann ein ganz neues Unterrichtsfach: „ Werkunterricht“. Es wurde mit ganz primitiven Mitteln versucht zu Basteln. So wurde einmal die Aufgabe gestellt ein Segelschiff anzufertigen. Zunächst wurde der Rumpf auf dem angrenzenden Holzgraben grob bearbeitet. Ein Schüler hat einen Holzklotz von zu Hause mitgebracht den der Holzwurm schon reichlich bearbeitet hatte. So tauften wir den Werkraum einfach in „Mottenwerft“ um. Ein Segelschiff die so genannte „Gorch Fock“ hat noch lange im Dorfgemeinschaftshaus hinter der Tafel gestanden. Eine halbautomatische Schleifmaschine wurde von den Schülern zur besseren Verarbeitung des Holzes in Eigenleistung angefertigt. Ein ausgedientes Fahrrad wurde auf den Kopf gestellt und um das Hinterrad wurde Schmirgelpapier gebunden. Es musste nun ein Schüler dir Pedale des Fahrrades in Bewegung setzen und ein anderer konnte dann das Holzstück bearbeiten.
Aus heutiger Sicht würden die Pessimisten wahrscheinlich sagen „ ach was primitiv“ und die Optimisten würden sagen „ach was kreativ“.

Zur Vorbereitung auf die Bundesjugendspiele fehlte im Sommer Sand für die Sprunggrube. Das haben die Jungs der 8. Klasse in Eigenregie erledigt. Es wurde der Trecker von Meyerdirks mit Frontlader und Anhänger ausgeliehen und an einem Nachmittag weißer Sand für die Sprunggrube geholt. Wenn man darüber heute nachdenkt kommt man leicht ins grübeln, denn die Jungs waren gerade 13 Jahre alt und ohne Führerschein.

Aber nun zum Auto des Lehrers schlechthin dem Steyer Puch
Einmal in der Woche fuhren drei Schüler mit Lehrer Kemmer vor der Schulzeit mit dem Auto nach Lünne zur hl. Messe. 4 Personen im kleinen Steyer Puch, das war schon happig.
Ebenso ist Lehrer Kemmer mit den größeren Jungs nach Lingen zum Hallenbad gefahren, was dann spätestens beim Strubbenberg für Heiterkeit sorgte. Die Fahrgeschwindigkeit ging so weit herunter, dass manchmal überlegt wurde, wer denn schieben sollte. Doch wir haben in Lingen das Hallenbad immer sehr genossen und dort unseren Frei- und Fahrtenschwimmer gemacht. Aus   Dankbarkeit darüber haben die Jungs der 8. Klasse dann am Samstag das Auto gewaschen und zwar sehr gründlich, sogar den Auspuff von innen.
Das ging so: Wasser in den Auspuff gießen, Fuß davor halten, Auto anstellen und Vollgas geben. Auch wurde der Steyer Puch nicht trocken geledert, sondern trocken gefahren, was dazu führte das unser Lehrer eines Tages ganz aufgeregt angerannt kam mit den Worten „ sitzt er schon im Graben, sitzt er schon im Graben“. Danach brauchte das Auto dann nicht mehr gewaschen werden.
Unser Lehrer bekam dann auch einen Fernseher. Die Bild war nicht sonderlich klar, und so mussten die Jungs des 8. Schuljahres das Bild des Fernsehers beurteilen, während Herr Kemmer auf dem Dach der Lehrerwohnung stand und die Antenne auszurichten versuchte, mit den Worten, „ jetzt besser?“. Die war Antwort war „nein“. Das ging eine ganze Zeit so. Es lag aber nicht daran, dass das Bild so schlecht war, sondern daran, das der Film der gerade lief so gut war.

Da gab auch noch den Tafeldienst. Dieser hatte dafür zu Sorgen das die Tafel immer sauber war, die Pausenglocke geläutet wurde und die Blumen auf der Fensterbank Wasser bekamen. Es kam aber so, das einige Blumen eingingen. Besonders Kaktusse schienen nicht zu gedeihen. Aber ich muss heute sagen, das lag nicht am Tafeldienst, sondern daran das die Schüler, während der Lehrer bei den Unterklassen war, mit dem Zirkel ein so genanntes Speerwerfen auf die Kaktusse veranstalteten, was diese dann nicht überlebten.

Ich kann mich auch noch gut an den Ausflug im Sommer erinnern. Er führte uns auf die Insel Wangerooge. Die Lufttemperatur betrug 17° C und die Wassertemperatur ebenfalls 17°C. Aber es musste gebadet werden, man war ja schließlich an der See.
Aber lieber Bernd Du hast dich auch außerhalb der Schule engagiert.
Ich denke da an die Trainertätigkeit der Schülermannschaft des SW Varenrode. Wir hatten ein Mannschaft, die maximal nur 2 Spiele in der Saison gewinnen konnte, nämlich gegen Speie II und gegen Listrup. Ansonsten gab es immer eine Packung, Alles unter 10 Gegentore wurde schon als Sieg gefeiert. Du hast dich da als wahrer Motivationskünstler erwiesen. Ständig hast Du den Torwart und die Abwehr angefeuert. Wenn der Ball auch durch die Beine rollte, so hast Du uns immer noch wieder angefeuert und gerufen „ Prima, Klasse, fast hättest du ihn gehabt“     
Ich denke es wird ganz sicher noch weitere Erinnerungen geben, die sicher im Laufe des Abends zum Vorschein kommen. Ich hoffe Bernd, dass Du in deiner Ruhestandszeit deine Lebenserfahrung für den Ort Varenrode einbringst. Ich denke da zum Beispiel an die Chronik des Sportvereins oder aber an die Weiterführung des Varenroder Buches und ähnliches. Bleibe dem Ort verbunden.
Aber trotz alledem ist es für den kleinen Ort Varenrode ein Abschied. Der letzte Dorfschullehrer geht in den Ruhestand. Eine Epoche der Varenroder Schulgeschichte geht zu Ende.
Wir wollen deshalb dich lieber Bernd in die Reihe der verdienten Varenroder Lehrer einreihen und Dich gleichsetzen mit den Lehrern „Oevermann, Klümper und Krause"  und dem entsprechend gleich eine Ahnentafel im Flur des Dorfgemeinschafthauses  anbringen, um der Geschichte gerecht zu werden. 

Und zur Erinnerung an die Schulzeit in Varenrode möchten wir Dir als Geschenk ein Bild der Varenroder Schule mit den Namen der Schüler aus dem Jahre 1964 überreichen. Ich hoffe es wird einen würdigen Platz finden.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle im Namen aller für deine aufopferungsvolle Tätigkeit als Lehrer, und wir hoffen das Du noch lange in Gesundheit im Kreise deiner Familie die Erfolge deiner Arbeit verfolgen kannst und Dich daran Freuen, was aus deinen Schülern geworden ist
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Ich danke für die Aufmerksamkeit.
Hermann Bembom, Klassensprecher der damaligen Klasse 8.

Gruppenbild mit den  Nachbarn, den Varenroder Vereinsvertretern und Schülern des Jahrgangs 1964